Bildrate und Verschlusszeit
In Europa sind 25 Bilder pro Sekunde der Standard. Die Verschlusszeit stellst du auf das Doppelte der Bildrate, also 1/50 Sekunde. Diese Faustregel heißt 180-Grad-Regel und sorgt für die natürliche Bewegungsunschärfe, die wir vom Film kennen.
Unter Kunstlicht verhindert die passende Verschlusszeit außerdem Flackern, weil das Stromnetz in Europa mit 50 Hertz arbeitet.
Das Bildprofil: fertig oder flach
Viele Kameras bieten zwei Arten von Profilen. Ein fertiges Profil liefert natürliche Hauttöne und braucht wenig bis keine Nachbearbeitung. Für Podcasts und Livestreams ist das meist die bessere Wahl. Bei Sony heißt ein solches Profil S-Cinetone.
Ein flaches Log-Profil wie S-Log3 holt mehr Dynamik aus dem Sensor, sieht aber ohne Farbkorrektur grau aus. Es lohnt sich bei kontrolliertem Studiolicht und wenn jemand die Farben im Schnitt bearbeitet.
ISO, Autofokus und Weißabgleich
Nutze die Basis-ISO deiner Kamera; sie steht im Handbuch. Log-Profile haben oft eine höhere Mindest-ISO als fertige Profile. Licht hinzuzufügen ist fast immer besser, als die ISO hochzudrehen.
Beim Fokus hilft der kontinuierliche Autofokus mit Gesichts- und Augenerkennung. So bleibt das Gesicht scharf, auch wenn sich jemand im Stuhl zurücklehnt.
Den Weißabgleich stellst du im Studio nie auf Automatik. Er springt sonst mit jeder Bewegung im Bild. Nimm einen festen Wert, etwa 5.600 Kelvin bei Tageslicht-LEDs, oder miss ihn einmal mit einer Graukarte.
Quelle: Masterclass „Professioneller Video-Podcast“ von Oliver Burkat (Sony) auf dem Podcast Summit 2026 in Köln, in eigenen Worten. Zur Nachlese vom Summit